Einsatzbedingungen, PSNV und der Unterschied zum Alltag Du sitzt im Fahrzeug. Der Melder ist gerade gegangen. Der Puls steigt, der Fokus wird enger, Gedanken werden klar oder ganz still. Du funktionierst. Und genau das wird von dir erwartet. Was dabei oft vergessen wird: Dieser Zustand hat nichts mit dem Stress zu tun, den du aus deinem Alltag kennst. Und genau deshalb reicht der Satz „Stress gehört halt dazu“ einfach nicht aus. Alltagsstress vs. Einsatzstress Im normalen Dienst oder im Alltag entsteht Stress oft durch: Zeitdruck viele parallele Aufgaben Verantwortung Konflikte oder Erwartungen Dieser Stress ist unangenehm, manchmal belastend, aber er bleibt in der Regel steuerbar. Du kannst: kurz durchatmen dich sortieren eine Pause machen nach Feierabend abschalten Dein System fährt hoch, aber es bleibt im kontrollierbaren Bereich. Einsatzstress ist etwas anderes Im Einsatz sprechen wir oft von Hochstress. Das bedeutet: dein Körper geht in den Alarmmodus Puls, Atmung und Adrenalin st...
Freiwillige Feuerwehrangehörige leisten ihren Dienst überwiegend ehrenamtlich – und dennoch tragen sie in Einsätzen häufig die gleiche psychische Last wie hauptamtliche Kräfte. Gerade schwere Verkehrsunfälle, Einsätze mit Kindern, Todesfällen oder lang andauernde Schadenslagen können langfristige Spuren hinterlassen. Um Feuerwehrangehörige wirksam zu unterstützen, spielt das Peersystem in der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV‑E) und in der Einsatznachsorge eine zentrale Rolle. Dieser Beitrag zeigt, warum Peers unverzichtbar sind, wie sie arbeiten und weshalb ihr Einsatz im System der Freiwilligen Feuerwehr heute wichtiger ist denn je. 1. Was ist das Peersystem? Der Begriff Peer bedeutet „Gleichgestellter“. Peers sind Feuerwehrangehörige, die speziell dafür ausgebildet sind, ihre Kameradinnen und Kameraden nach belastenden Einsätzen zu begleiten und zu unterstützen. Durch ihren „Stallgeruch“ – also durch die gemeinsame Erfahrung im Feuerwehrdienst – genießen s...