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PSNV-E - Verantwortung der Führungskräfte und der kommunalen Träger der Feuerwehr im Hinblick auf die Fürsorgepflicht


                                                                        



Einsätze der Feuerwehr sind längst nicht mehr nur technisch anspruchsvoll. Verkehrsunfälle mit Todesfolge, Brände mit vermissten Personen, Suizide oder Großschadenslagen hinterlassen nicht nur Spuren an der Einsatzstelle, sondern auch bei den Einsatzkräften selbst. Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) und eine strukturierte Einsatznachsorge sind daher zentrale Bestandteile moderner Gefahrenabwehr.


Im Mittelpunkt stehen dabei die Verantwortung der Führungskräfte sowie die Fürsorgepflicht der kommunalen Träger, insbesondere im Bereich der Freiwilligen Feuerwehren.


PSNV als unverzichtbarer Bestandteil der Feuerwehrarbeit


PSNV umfasst alle Maßnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung von psychischen Belastungen infolge außergewöhnlicher Einsätze. Für Einsatzkräfte bedeutet dies unter anderem:


- präventive Angebote zur Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit,

- frühzeitiges Erkennen und Auffangen von Belastungsreaktionen,

- Unterstützung nach besonders belastenden Ereignissen.


Einsatznachsorge ist dabei kein Zeichen von Unsicherheit oder Schwäche, sondern Ausdruck professionellen Handelns. Gerade im Ehrenamt, das zusätzlich zu Beruf und Familie geleistet wird, trägt PSNV entscheidend dazu bei, Motivation, Gesundheit und Einsatzfähigkeit langfristig zu erhalten.



Fürsorgepflicht – auch im Ehrenamt verbindlich


Auch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr stehen unter dem Schutz der Fürsorgepflicht des Dienstherrn bzw. Trägers. Diese Pflicht ergibt sich nicht nur aus moralischer Verantwortung, sondern auch aus rechtlichen Grundlagen, etwa den Landesfeuerwehrgesetzen und allgemeinen Schutzpflichten für Leben und Gesundheit.


Wichtig ist dabei: 

 

Die Fürsorgepflicht umfasst nicht nur den körperlichen, sondern ausdrücklich auch den psychischen Gesundheitsschutz. Psychisch belastende Einsätze gehören heute zu den vorhersehbaren Risiken des Feuerwehrdienstes – und müssen entsprechend berücksichtigt werden.



Verantwortung der Führungskräfte


Führungskräfte nehmen eine Schlüsselrolle ein, da sie im Einsatz und im Feuerwehralltag unmittelbar auf ihre Kameradinnen und Kameraden einwirken. Ihre Verantwortung endet nicht mit dem Einsatzauftrag, sondern schließt auch den Umgang mit belastenden Eindrücken ein.


1. Prävention und Haltung 

 

Führungskräfte prägen die Kultur innerhalb der Einheit. Eine offene Haltung gegenüber PSNV,


- das ernsthafte Ansprechen belastender Einsätze,

- sowie die klare Botschaft, dass Hilfe zulässig und gewollt ist,


senken Hemmschwellen und fördern Kameradschaft statt Rückzug.


2. Wahrnehmen und Ansprechen nach dem Einsatz 

 

Nach belastenden Einsätzen sind Führungskräfte oft die ersten Ansprechpartner. Auffälliges Verhalten, emotionale Reaktionen oder Rückzug sollten ernst genommen werden. Schon ein kurzes Gespräch oder das Angebot eines Einsatznachgesprächs kann entscheidend sein. 


3. Einleiten von Unterstützung  


Führungskräfte sind keine Therapeutinnen oder Therapeuten. Ihre Verantwortung liegt darin,


- geeignete PSNV-Angebote zu kennen,

- Kontakte herzustellen,

- und bei Bedarf Unterstützung zu organisieren.


Das Unterlassen offensichtlicher Hilfeangebote kann nicht nur menschlich problematisch sein, sondern auch als Verletzung der Fürsorge angesehen werden. Hier können auch besonders geschulte Kamerad*innen die Führungskräfte unterstützen (z.B. PSNV-E Ersthelfer).



Verantwortung der kommunalen Träger der Feuerwehr


Die kommunalen Träger tragen die organisatorische Gesamtverantwortung für ihre Feuerwehr. Dazu gehört, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen PSNV verlässlich funktionieren kann.


Strukturen statt Zufall 


PSNV darf nicht vom Engagement einzelner Personen abhängen. Erforderlich sind:


- klare Konzepte zur Einsatznachsorge,

- benannte Ansprechpersonen oder angebundene PSNV-Teams,

- definierte Abläufe nach belastenden Einsätzen.


Auch aus rechtlicher Sicht gilt: Wenn psychische Belastungen vorhersehbar sind, müssen entsprechende Vorsorgestrukturen vorhanden sein.



Unterstützung der Führungskräfte  


Kommunale Träger haben zudem die Aufgabe,


- Führungskräfte zu schulen,

- Sensibilität für das Thema zu fördern,

- und PSNV als selbstverständlichen Teil der Feuerwehrarbeit anzuerkennen.





Einsatznachsorge als Teil guter Führung


Einsatznachsorge ist keine Zusatzaufgabe, sondern Teil verantwortungsvoller Führung. Wer nach schweren Einsätzen hinsieht, zuhört und Hilfe möglich macht, handelt nicht nur menschlich korrekt, sondern erfüllt auch seine Fürsorgepflicht gegenüber den Einsatzkräften.



Fazit


PSNV-E ist ein wesentlicher Bestandteil moderner Feuerwehrarbeit. Führungskräfte und kommunale Träger tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass Einsatzkräfte nicht nur gut ausgebildet und ausgerüstet, sondern auch psychisch geschützt werden.


Gerade in der Freiwilligen Feuerwehr ist dies ein entscheidender Faktor für:


- nachhaltige Einsatzbereitschaft,

- Kameradschaft und Vertrauen,

- sowie den langfristigen Erhalt des Ehrenamts.


Die Fürsorge für diejenigen, die anderen helfen, endet nicht mit dem Einsatzabschluss – sie beginnt dort oft erst.




Denn Feuerwehrdienst bedeutet Verantwortung – für die Bevölkerung ebenso wie füreinander.


Autor: Bernard Buschemöhle

Fotos: KI generiert, Freiwillige Feuerwehr Winsen


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